Social Media 2018. Quo Vadis #2

Nun ist schon ziemlich viel Wasser die Spree hinuntergeflossen seit Facebook zum Jahreswechsel seinen Algorithmus geändert und damit Betreiber von Firmenseiten vor den Kopf gestoßen hat (siehe hier).
Eine durchaus spannende Alternative zu Facebook liegt viel näher als man denkt: Instagram.
Zwar habe ich da schon lange einen Account, aber diesen eher stiefmütterlich betreut.
Instagram war für mich ein Sammelbecken für „Influenza“-Kranke.
Diese haben meist eine hohe Attraktivität, einen geringen IQ und Drölf Billionen Follower.
Gepostet werden Selfies in sündhaft teuren Klamotten an exotischen Orten mit Beschreibungen wie
„Me, my Gucci-glasses and Yve Saint-Laurent-hand bag on the beach. Life is beautiful.“ .
Meine Lieblingsmeme dazu:
„Imagine they delete Instagram and BOOM!!! You’re not a model anymore.“
Gefühlt besteht Instagram zu 80% aus Influenza-Patienten.
Die restlichen 20% der User (bei 800 Millionen aktiven Mitgliedern immer noch satte 160 Millionen) sind aber durchaus spannend.
Man findet zu ziemlich jedem Thema tonnenweise gute Beiträge.
Vor allem 2 Faktoren haben mich jetzt von Instagram überzeugt: zum einen, dass der Fokus auf dem Optischen liegt, was mir als Grafiker natürlich entgegenkommt.
Zum anderen die überraschende Feststellung, dass die zeitliche Reichweite bei Instagram ungleich höher ist als bei Facebook.
Bei letzterem liegt die Reaktionsreichweite bei höchstens 24h, danach ist der Beitrag quasi out-of-date. Coole Sache das.

Da ich schlichtweg zu faul bin, hier detailliert auf die Funktionsweise von Instagram einzugehen,
verweise ich auf den sehr gut geschriebenen Beitrag von Junge Gründer Leipzig.

Aber aufgepasst!!!!!
Immer noch besteht die weitläufige Meinung, dass man den Wert eines Social Media-Accounts an der Anzahl der Follower misst.
Was natürlich völliger Quatsch ist. Im oben verlinkten Artikel wird auch gezeigt, wie man seinen Account etwas pushen bzw. mehr Follower bekommen kann. Bitte mit Vorsicht genießen!
Stellt Euch vor, Ihr betreibt einen Hamburger-Laden. Durch diverse Tricks habt Ihr im letzten Monat satte 2 Tausend Follower hinzugewonnen.
Das ist doch toll, oder? Ist es nicht, wenn die Hälfte davon vegan is(s)t.
Versucht einfach, mit guten Bildern und passenden Hashtags Follower zu gewinnen, die ehrlich an Eurem Treiben interessiert sind.
Das dauert und braucht Zeit, Geduld und viel Arbeit, zahlt sich aber am Ende aus.
Natürlich bin ich trotzdem kein großer Freund von Instagram, schließlich gehört auch diese Plattform zum Zuckerberg-Imperium.
Und wie dieses mit unseren Daten umgeht, kann man ja am Beispiel des aktuellen Cambridge Analytica-Skandals nachverfolgen.

Aber was gibt es an Alternativen?
Da wäre der allerneueste Hype: Vero.
Seit 2015 dümpelt die Social-Media Kanal des libanesischen Milliardärs Rafiq Hariri vor sich.
Die Gründe sind unklar, ob „Influencer“-Marketing oder Facebook-Müdigkeit, im Januar 2018 war Vero auf einmal in aller Munde.
Die Philosophie der Plattform klingt auch wirklich gut: „True Social. Keine Werbung, keine Algorithmen, kein Sammeln von Daten.“
Allerdings war der Run auf diese App so groß, das die Server schlichtweg in die Knie gingen.
Ich habe natürlich auch einen Test-Account, konnte aber aus den benannten technischen Problemen noch nicht wirklich agieren.
Nur soviel: eine auf den ersten Blick gut gemachte Mischung aus Facebook und Instagram.
Posten kann man alles, von Bildern über Text bis hin zu Youtube-Videos.
Gefunden wird man wie bei Instagram über Hashtags.
Ich werde mich in nächster Zeit mal etwas näher mit Vero beschäftigen. Und berichten.

Aus Deutschland kommt eine (aus meiner Sicht) vielversprechende Idee: Human Connection.
Sollte man auf dem Schirm behalten.

Soviel für heute.